28 Januar 2014

Manöverkritik

Wenn man einen Laden von innen kennenlernt, wird es nicht leichter, nur komplexer. Kopfschütteln wegen Unverständnis über gewisse redaktionelle Entscheidungen gehört seit Februar 2013 dazu, wie das Moin am Morgen. Sicher, wenn man für alle Programm machen soll und sendet, es zugleich aber nie allen recht machen kann, das liegt in der Natur der Sache, sind Widersprüche, Komplikationen und Kritik vorprogrammiert. Interessant ist, dass ich, obwohl sich meine Meinung zu Rundfunkgebühr, ARD Programm usw. durch die gewonnen Innensichten nicht wesentlich verändert, (aber durchaus erweitert) hat, ich mich trotzdem betroffener fühle als vorher. Auf  einmal scheine ich auf der anderen Seite zu stehen. Mindestens mit einem Bein jedenfalls. Nicht mehr nur Konsument, sondern auch Produzent. Das nehme ich selbst so wahr, dass scheinen auch andere, Freunde, Familie, Kollegen so zu sehen. Denn plötzlich bin ich diejenige, die stellvertretend für die öffentlich-rechtlichen Antworten geben soll. 

Was soll der Til Schweiger Tatort? - DAS frage ich mich auch.
Was soll die Rundfunkgebühr? - Die Idee war gut, die Umsetzung schlecht und manche, sind dafür einfach (noch) nicht bereit. 
Wieso gibt es so viele Soaps und Kochsendungen, wieso kommen die guten Reportagen und Filme immer mitten in der Nacht, wenn normale Leute schlafen? - Eine Frage, die mir schlaflose Nächte bereitet, denn die feige Antwort (nicht meine, sondern Innensicht) lautet: Quote! Wieso aber ausgerechnet die öffentlich-rechtlichen, und das in einer Zeit von Online-Mediatheken und mutiplen Ausspielwegen weiterhin auf die Quoten schielen, ist mir schleierhaft. Mein Verdacht: Generationenkonflikt in den Redaktionen!

Meine letzte Nackenverspannung kam vom vielen Kopfschütteln, wegen der Berichterstattung der Tagesschau zu Michael Schumacher. Ich bin noch immer anderer Meinung, aber immerhin wurden hier vom ersten Chefredakteur der Tagesschau die Entscheidungen transparent dargelegt. Und das finde ich sehr gut! Solche Entscheidungen sollten viel öfter von denen die sie treffen so transparent nach außen getragen werden. Wieso also Til Schweiger? Wieso so viele Soaps und Kochsendungen?

Und was bitte ist beim Snowden Interview schief gelaufen? 

Das ist ja eine Aneinanderreihung an Fehlentscheidungen. Wer hat die wieso getroffen war gestern die bestimmende Frage des Tages. In der Kantine war kollektives Kopfschütteln zu beobachten. Klar, kritisieren im Nachhinein ist immer einfacher als vorher entscheiden müssen. Trotzdem, das geht mal gar nicht! Da schließe ich mich uneingeschränkt Fefe an, besser könnte ich es eh nicht formulieren.

Jede redaktionelle Entscheidung wird kontrovers diskutiert, und trotzdem wird am Ende des Tages oft höchst konservativ entschieden. Warum?! Ein tägliches Rätsel, dass ich zu ergründen versuche... @I have seen the truth and it DOESNT make SENSE

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